Berliner Afrikakreis:Diaspora - bedeutender Akteur bei Konfliktlösungen i.d. Herkunftsländern? - Beispiel Sierra Leone & Somalia

Datum: 
5 Jul 2010 - 19:00
Inhalt: 

Für die Entwicklungszusammenarbeit sowie für die Regierungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern haben die Bedeutung und das Potenzial der Diasporas und der MigrantInnen für Entwicklungs-prozesse in den Herkunftsländern in den vergangenen 10 Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Diasporas und MigrantInnen tragen finanziell erheblich zur Finanzierung ihrer Familien und makroökonomisch zum Ausgleich von Zahlungsbilanzen im Herkunftsland bei (Rücküberweisungen). Die Geldströme der MigrantInnen in die Herkunftsländer übersteigen die Mittel der internationalen Entwicklungs-zusammenarbeit bei Weitem (251 Mrd. US $ in Entwicklungs- und Schwellenländer 2007). Die Bedeutung dieses Akteurs für die internationale Entwicklungsfinanzierung wurde erkannt und ermittelt.Mittlerweile haben die Forschung sowie die Entwicklungszusammenarbeit ihren Blick auch auf die Bedeutung von Diasporas und MigrantInnen in der Konfliktminderung und Konfliktlösung in den Herkunftsländern gerichtet. Während die internationale- und Entwicklungszusammenarbeit immer differenziertere Instrumente und Strategien zur zivilen Konflikttransformation entwickelt haben, werden das Wissen und Know-How der Diaspora und MigrantInnen über die Herkunftsländer selten in die Konfliktlösungsstrategien der Geberländer einbezogen. Kann und sollte dieses Potenzial ebenfalls genutzt werden?Die GTZ hat im vergangenen Jahr ein Diskussionspapier verfassen lassen, in dem die friedensfördernden Beiträge verschiedener Diasporas beleuchtet wurden, darunter die Sierra leonische und Somalische Diaspora. Beispiele friedensfördernder Aktivitäten und Initiativen werden an diesem Abend von zwei engagierten Personen aus den genannten Diasporas vorgestellt sowie nach den konfliktmindernden Chancen, Grenzen und Wirkungen ihrer Aktivitäten gefragt.

Referenten:

  • Christian Arndt, Stellv. Vorsitzender SID-Berlin, Co-Autor des GTZ-Diskussionspapiers: „Beitrag der Diasporas zu Konfliktminderung und Konfliktlösung in den Herkunftsländern“
  • Mustafa Y. Ismail, Koordinator der “Somali Initiative for Sustainable Peace and Reconciliation”
  • Edward Mando, Gründer der NGO „Kindernetzwerk Sierra Leone“, Projektmanager in zahlreichen Friedensprojekten in Sierra Leone, gefördert u.a. durch IFA und UNDP

Moderation: Dr. Konrad Melchers (Journalist, ehem. Chefredakteur von eins Entwicklungspolitik)

Veranstaltungsort: 

Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin (U-Bahn Turmstraße)