Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und das Berliner Chapter der Society for International Development (SID-Berlin) laden herzlich zu einer Filmvorführung mit anschließender Diskussion ein:
„Frieden und Sicherheit in der Entwicklungszusammenarbeit – Theorie und Praxis“
Eine kambodschanische Frau sucht Gerechtigkeit und klagt vor dem Roten Khmer Tribunal den Mann an, der vor 30 Jahren ihre Eltern tötete. Ein ehemaliger Kindersoldat im Kongo sucht eine Möglichkeit, um ein Handwerk zu erlernen und sich dadurch seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Väter aus ehemals verfeindeten Klans bauen im Nordosten Afghanistans gemeinsam eine Schule auf. Sie alle sind Protagonisten des Dokumentarfilms „Für das Leben von morgen“ und kämpfen für ein Leben in Frieden und Sicherheit.
Der Film wurde 2009 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der GTZ erstellt. Er erzählt von Menschen in drei Ländern, in denen Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit die Friedenssicherung unterstützen. Neben einem tiefen Einblick in die jeweilige Situation vor Ort und die Lebenswelten der Menschen zeigt er auch die Perspektiven auf, die sich ihnen bieten. So werden nicht nur das Umfeld dargestellt, in dem entwicklungspolitische Projekte umgesetzt werden, sondern auch, wie die Arbeit vor Ort wirkt.
Im Anschluss an die Präsentation des Films werden entwicklungspolitische Theorie und Praxis in (Post-)Konfliktregionen mit Vertreterinnen und Vertretern aus GTZ und Wissenschaft diskutiert: Welchen Beitrag zu Frieden und Sicherheit kann die Entwicklungszusammenarbeit leisten? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse können dazu in den Partnerländern genutzt werden? Welchen Herausforderungen müssen sich die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter stelllen, wenn sie theoretische Konzepte umsetzen wollen? Und wie profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner in Krisenregionen davon, dass Konzepte zur Friedensentwicklung in ihren jeweiligen Ländern umgesetzt werden?
Das Problem des Missbrauchs von Kindersoldaten hat weltweit inzwischen eine dramatische Dimension angenommen. Es ist daher notwendig, dass diese Not stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gebracht wird und sie einen bedeutenderen Stellenwert in entwicklungspolitischen Maßnahmen erfährt. Um diese Probleme anzugehen, sind spezifische Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln und zivilgesellschaftliche Aktivitäten zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung zu unterstützen.
Das Martin Niemöller Haus unterhält seit einigen Jahren enge Beziehungen zu der ugandischen Organisation "Peace and Development Foundation Africa" mit Sitz in der Provinzstadt Gulu, einem Zentrum des langjährigen Bürgerkriegs. Diese Organisation führt im Rahmen ihrer Möglichkeiten vielfältige Programme an Schulen, mit Jugendgruppen und dörflichen Gemeinden zur Friedenserziehung durch. Eine spezielle Zielgruppe bilden die hohe Anzahl der zurückgekehrten Kindersoldaten, die jetzt im Alter von Jugendlichen sind und mit ihren Traumata und mangelnden beruflichen Perspektiven zu kämpfen haben.
In Zusammenarbeit mit dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) e.V., gefördert aus Mitteln des BMZ.
Die Konferenzen der letzten Monate haben gezeigt, dass das Potenzial und die positive Sichtweise von Migration immer stärker in den Fokus der Diskussion gerückt werden. Bereits die Tagung "WISSEN WANDERT - MIGRATION UND KNOW HOW - Potenziale für Berlin", die der Beirat Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin und das Berliner Chapter der Society for International Development im April 2008 durchführten, zeigte schlaglichtartig auf, welche Rolle Wissen in der internationalen Migration spielt und wie andere Länder mit der Anerkennung der Potenziale von MigrantInnen und ihren Qualifikationen umgehen. Spotlights wurden auf die Bedarfe, Potenziale und Best Practices geworfen.
Die damals gewonnenen Erkenntnisse gliedern sich sehr gut ein in die aktuelle Debatte und können diese bereichern. Wir freuen uns daher, Ihnen den Konferenzbericht unserer Tagung zur Verfügung zu stellen:
Programm der Konferenz | Konferenzbericht (PDF-Dokument, 3 MB)