Afrikakreis

  • 15 Dez 2011 - 18:00

    Im Juni dieses Jahres stellte die Bundesregierung ihr lange erwartetes Afrika-Konzept vor – ein Papier, das Referenzdokument für das Engagement der Bundesregierung in und mit Afrika sein soll. Es verspricht „Partnerschaft auf Augenhöhe“, ein neues Kapitel in den Beziehungen zu Afrika soll aufgeschlagen werden. In diversen Bewertungen wurde mehrheitlich gelobt, dass es gelungen sei, ein ressortübergreifendes Konzept zu erarbeiten.Kritisiert wurde, dass dieses zu sehr in der bloßen Darstellung von Problemen und grundsätzlichen Potentialen stecken bleibt. "In gemeinsamer Anstrengung wollen wir die afrikanischen Gesellschaften und Staaten auf ihrem Weg zu Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unterstützen.", so Außenminister Westerwelle. Was genau ist darunter zu verstehen bzw. wie hat sich dies in den letzten Monaten gezeigt? Betont wird beispielsweise eine stärkere Verzahnung von Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit, auch um die  Absatzchancen deutscher Unternehmen zu erhöhen. Wie verhält sich dies zu übergeordneten Zielen der  Armutsbekämpfung und Demokratisierung? Kann die deutsche Politik und Entwicklungszusammenarbeit dieVorgaben des Konzepts umsetzen?
    Mit dieser Veranstaltung möchten wir auch an den letztjährigen Afrikakreis zu „Deutsche Afrikapolitik: 1. Jahr schwarz-gelbe Bundesregierung“ anknüpfen, bei dem bereits Herausforderungen und Notwendigkeiten deutscher Afrikapolitik diskutiert wurden. Wie wird nach einem Jahr die Reform bzw. Fusion der Vorfeldorganisationen deutscher Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der technischen Zusammenarbeit eingeschätzt? Wie steht es um Koordination und Kompetenzverteilung zwischen BMZ und AA? Auch wollen wir den letzten Afrikakreis in diesem Jahr nutzen, um über aktuelle politische Entwicklungen in Afrika zu sprechen und einen Ausblick für 2012 wagen.

  • 9 Nov 2011 - 19:00

    The South Omo Zone in Southern Ethiopia is home for a myriad of nations and nationalities, many of which live a pastoralist livelihood - characterized by mobility and cattle herding. Social and ecological transformation processes, however, are leading to shortages and changing distributions of natural resources. Farmers and pastoralists are competing over land and other natural resources. Violent conflicts over pasture, water and cattle still persist – especially among the different pastoralist groups. Although traditional cattle rustling existed for a long time – the severity and intensity of these conflicts has been increasing. The root causes are manifold: proliferations of small arms and light weapons, the impacts of climate change, increase of livestock, overuse and degradation of pasture, population growth in the pastoralist societies. The non-governmental organization AEPDA – founded by young people with pastoralist origins - is working on non-violent conflict resolution approaches. Supported by the GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (Civil Peace Service), AEPDA has been engaged in peace building between different pastoralist societies since 2007. Together with the Executive Director of AEPDA Admasu Lokubal Lokaley and with Michael Eberlein from GIZ, we want to discuss questions such as: How do the cross-border peace initiatives work? What are traditional conflict resolution mechanisms in the pastoralist areas? How do they combine with modern instruments? In which way can development cooperation, in particular the Civil Peace Service programme contribute?
    The presentation and discussion will be mainly English – no translation available.
    Please find the presentations here.

  • 26 Okt 2011 - 19:00

    Mosambik besitzt beachtliche Rohstoffvorkommen für deren Abbau die Regierung derzeitausländische Investoren sucht und Konzessionen erteilt. Die Vertragsbedingungen werden allerdingswie Staatsgeheimnisse behandelt. Die Größe der Vorkommen wie auch die ausgehandeltenVergütungen sind intransparent und die Zivilgesellschaft hat keinen Zugang zu den Informationen.Gleichzeitig gehört Mosambik noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt und die Entwicklungender letzten Jahre zeigen, dass vom Wirtschaftswachstum nur eine kleine Elite profitiert, die zudem diepolitischen Entscheidungsträger stellt. Der Anteil der ländlichen Bevölkerung, deren Einkommen unterder Armutsgrenze liegt, wächst weiter. Mosambik ist nur ein Beispiel für eine Situation des Reichtumsin der Armut, wie sie in vielen rohstoffreichen Ländern Afrikas vorherrscht.
    Barbara Kowalczyk-Hoyer berichtet vom Konzept der Revenue Transparency im Öl- und Gassektor(s.a. den aktuellen TI Bericht “Promoting Revenue Transparency in Oil and Gas Companies”).Thomas Selemane vom Centro de Integridade Pública, CIP, wird über die aktuelle Situation inMosambik berichten und die Forderungen und Strategien der Zivilgesellschaft vorstellen.
    Zu welchen Bedingungen bieten afrikanische Länder ihre Konzessionen auf dem internationalen Marktan? Wie kann sichergestellt werden, dass der Rohstoffreichtum Mosambiks zu größerem Wohlstandder Bevölkerungsmehrheit beiträgt und zur Armutsbekämpfung eingesetzt wird? Welche Rolle spielenTransparenzinitiativen, wie die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) oder RevenueTransparency? Wie können diese Transparenzintitativen die Zivilgesellschaft in Mosambikunterstützen? Wer sollte zu besserer Transparenz im extraktiven Sektor beitragen – Firmen, oderRegierungen?
     
    Der Berliner Afrikakreis findet dieses Mal in Kooperation mit dem KoordinierungsKreis Mosambik (KKM e.V.) undTransparency International statt und mit finanzieller Unterstützung des BMZ.

  • 14 Jul 2011 - 19:00

    Zentralafrika, durch zwei Wirtschafts- und Währungsgemeinschaften regionalpolitisch umschrieben, ist eine sehr heterogene Region, zerstört durch Bürgerkriege, beherrscht von autoritären Regimen und trotz Ressourcenreichtum von Massenarmut gekennzeichnet. Die vielfältigen Entwicklungspotenziale blieben weitgehend ungenutzt. Externe strategische wie auch regionale wirtschafts- und sicherheitspolitische Interessen der herrschenden Eliten stehen einer nachhaltigen wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung im Wege. So lautet die Bestandsaufnahme von Dr. Treydte im jüngsten GIGA Fokus Afrika „Zentralafrika vor neuem Aufbruch?“ http://www.giga-hamburg.de/dl/download.php?d=/content/publikationen/pdf/....
    Wir wollen mit unseren Gästen über Voraussetzungen und Ansätze für eine entwicklungsfördernde Erschließungder Rohstoffvorkommen und Potenziale Zentralafrikas diskutieren. Welche Bedeutung haben dabei die Regionalorganisationen? Wie wichtig sind externe Interessen? Sollte eher auf einen funktionierenden Staat oder marktwirtschaftliche Lösungen gesetzt werden? Wie steht es um demokratische Transformationsprozesse innerhalb der Region?
     
    Der Berliner Afrikakreis findet dieses Mal in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung statt.

  • 6 Jun 2011 - 19:00

    Im Rahmen ihrer entstehenden Friedens- und Sicherheitsarchitektur und auf Basis eines erweiterten Sicherheitsbegriffs hat die Afrikanische Union (AU) ein Interventionsgebot formuliert, welches ihr erlaubt, bei Kriegsverbrechen, Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie „ernsthafter Bedrohung der legitimen Ordnung“ in einem Mitgliedsstaat zu intervenieren (“from non-intervention to non-indifference”). Die AU sieht sich für das Wohlergehen der afrikanischen Menschen („from regime to human security“) sowie für die Förderung von demokratischen Verfahren, guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten verantwortlich.Trotz zahlreicher Erfolge bei der Transformation autoritärer Regime in Afrika seit Beginn der 1990er Jahre ist der Kontinent seit einigen Jahren mit erheblichen Rückschritten bei der Etablierung von Demokratien konfrontiert. In den letzten Jahren kam es wieder vermehrt zu Staatsstreichen, zu gewaltsamen Ausschreitungen vor und nach Wahlen sowie zu ernsten Verfassungskrisen. Die AU muss also zunehmend nicht nur in Bürgerkriegen und zurVermittlung von Machtteilungsabkommen intervenieren.
     
    Die Veranstaltung will aufarbeiten, wie sich die Afrikanische Union, besonders der Peace and Security Council, in die Mediation der jüngsten Krisen und Konflikte Afrikas (u.a. Revolutionen im Maghreb, Machtkampf in der Cote d’Ivoire) eingebracht hat und worin die besonderen Schwierigkeiten und Herausforderungen liegen. So wird auch diskutiert werden, wer gegenwärtig die wichtigen Akteure auf dem Kontinent sind, welche Interessen verfolgt werden und was dies für die Handlungsfähigkeit der AU gegenüber politischen Krisen sowie für die weitere Entwicklung der Friedens- und Sicherheitsarchitektur bedeutet.
     
    Die Veranstaltung findet diesmal statt in Zusammenarbeit mit dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER), gefördert aus Mitteln des BMZ.
     

  • 17 Mai 2011 - 19:00

    Sudan is the largest country in Africa, one million square miles. The people of Southern Sudan voted for independence in a referendum on self-determination, January 2011. As a result “The State of South Sudan” will emerge on 9 July 2011, the final landmark in the Comprehensive Peace Agreement which ended two decades of war between North and South of the Country. The official declaration of separation for South Sudan is an historic juncture at which the two successor states will wrap-up almost two hundred years of unpopular association in one country, the Republic of Sudan. The presentation will address challenges and problems ahead as well as choices of policy and strategy that the predecessor state in North Sudan need to pursue, particularly, in the five borderline states with the new sovereign state of South Sudan.

  • 14 Apr 2011 - 19:00

    Viele afrikanische Staaten sind reich an natürlichen Ressourcen. Doch bisher profitieren dieseLänder kaum von ihrem Reichtum. Unverarbeitete Rohstoffe wie Metalle, Erdöl oder Kakao werdenin großem Stil exportiert. Die profitable und arbeitsplatzintensive Weiterverarbeitung dieserRohstoffe findet jedoch im Ausland statt, meist in der EU, in den USA oder in China. Die Abhängigkeit von Rohstoffexporten zu reduzieren und eigene weiterverarbeitende Industrienaufzubauen, bleiben zentrale Herausforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas.Welche Strategien zum Aufbau eigener, nachhaltiger und Beschäftigung schaffender Industrien sind Erfolg  versprechend? Haben afrikanische Staaten ausreichenden Handlungsspielraum zurDurchsetzung einer eigenständigen Wirtschaftspolitik? Kann die europäische Handels- und Rohstoffpolitik zur Diversifizierung und Industrialisierung der afrikanischen Wirtschaft beitragen,oder steht sie dem Aufbau einer nachhaltigen Ökonomie in Afrika im Weg?
    Der Berliner Afrikakreis findet dieses Mal in Kooperation mit Oxfam Deutschland statt.

  • 30 Mär 2011 - 19:00

    Ghana verzeichnet 50 Jahre nach der Unabhängigkeit ein solides Wirtschaftswachstum und politischeStabilität, Cote d´Ivoire hingegen – einstiges „Vorzeigeland“- versinkt im Bürgerkrieg. Wie ist die Situation Westafrikas insgesamt zu beurteilen, fallen die frankophonen Länder in der Entwicklung zurück? Wie wirkt sich die Krise des Wirtschaftszentrums Cote d´Ivoire auf die Nachbarländer aus? Wie haben sich die gemeinsamen Regionalinstitutionen entwickelt und leisten sie einen Beitrag zu Stabilität und Entwicklung? Welche Rolle spielt die „neue“ französische Afrikapolitik?

  • 8 Mär 2011 - 19:00

    Mit der Entmachtung Thabo Mbekis und der Wahl Jacob Zumas zum Präsidenten Südafrikas verbandensich große Hoffnungen aber auch Befürchtungen für die Zukunft des Landes. Während sich vor allem diejungen ANC-Mitglieder eine fundamentale Verbesserung des Kampfes gegen die Armut erhofften,befürchteten viele im In- und Ausland eine Verschlechterung der Wirtschaftslage, der Demokratie und derguten Regierungsführung.Wie sind diese Erwartungen nach zwei Jahren Präsidentschaft Zumas zu bewerten? Wie ist Südafrikadurch die Weltwirtschaftskrise gekommen, hat sich die Lage der Armen verbessert? Ist die Demokratieintakt und hat Südafrika positiven Einfluss auf die Krise im Nachbarland Simbabwe genommen?Diese und weitere aktuelle Fragen wollen wir mit drei ausgewiesenen Kennern der politischen Strukturendes Landes diskutieren.Wir freuen uns auf eine intensive Erörterung dieser für die Zukunft Südafrikas aber auch ganz Afrikasentscheidenden Fragen.

  • 24 Jan 2011 - 19:00

    Neueste Studien von Forschungsinstituten schlagen Alarm: ohne eine massive Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft ist die Versorgungssicherheit der Weltbevölkerung mit Lebensmittelnin Zukunft nicht mehr gewährleistet. Die gegenwärtige Rekordhöhe der Preise für Nahrungsmittel zeigt,dass dies keine leere Drohung ist. Da das größte Potenzial in Afrika vermutet wird, haben großflächige Landkäufe (Land Grabbing) von Investoren aus Asien, dem Nahen Osten und Großbritannien sprunghaftzugenommen. Während die Weltbank diese Investitionen als „Wiederentdeckung der Landwirtschaft“grundsätzlich begrüßt, prangern Nichtregierungsorganisationen wie FIAN die damit häufig verbundene Vertreibung der lokalen Bevölkerungen schlicht als Landraub an.Wir wollen deshalb mit den Experten die Frage diskutieren, ob die notwendigen Investitionen in die Landwirtschaft zwangsläufig zur Benachteiligung der Kleinbauern führen müssen oder nicht auch Chancen für eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung bedeuten. Dies soll auch an konkreten Fallbeispielen genauer untersucht werden.